Tarifverhandlungen Leiharbeit: Guter Kompromiss oder unheilige Allianz?

Laut Pressemitteilung des DGB vom 30.11.2016  hat die DGB-Tarifgemeinschaft Leiharbeit mit dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. (iGZ) in der dritten Verhandlungsrunde einen Abschluss erzielt. Der Kompromiss - so DGB-Verhandlungsführer Stefan Körzell - enthalte "viel von dem, was wir gefordert hatten."

Die Tarifparteien haben sich auf die Ost-West-Angleichung ab 2021 sowie auf eine überproportionale Anhebung der unteren Entgeltgruppen verständigt. Die Entgelte in der Leiharbeit sollen im Westen jährlich zwischen 2,5 und 3,2 Prozent pro Stunde steigen, im Osten steigen sie jährlich bis zu 4,82 Prozent pro Stunde. Die Entgelttabelle Ost entfällt zum 01.04.2021; die zu diesem Zeitpunkt gültige Tabelle West wird dann im gesamten Bundesgebiet angewendet.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 36 Monaten und endet zum 31.12.2019. Die Tarifkommissionen der Gewerkschaften werden das Ergebnis nun beraten.

Bevor es zu dem Ergebnis gekommen war, hatten sich der DGB-Verhandlungsführer Stefan Körzell und der Grünen-Politker Robert Habeck via "Tagesspiegel" ein Wortduell über die Sinnhaftigkeit der Tarifverträge geliefert. Körzell verteidigte die Tarifverhandlungen gegen die Kritik von Habeck, der das Zusammenwirken aller Beteiligten als "unheilige Allianz" bezeichnet hatte.